
Liebe Freunde, was den Handel in der Philatelie betrifft, hat sich inzwischen in den sozialen Netzwerken und - ehrlicherweise - auch bei persönlichen Treffen wie philatelistischen Messen der Spruch verbreitet, den ich in meinem ironischen Titel zusammengefasst habe.
Aber stimmt es wirklich, dass es der Philatelie heute an Kundschaft fehlt? Ist es wahr, dass der philatelistische Handel in einer Sackgasse steckt? Und weiter: Stimmt es, dass die italienische Philatelie kommerziell auf der Stelle tritt?
Die Realität sieht ganz anders aus als das, was völlig grundlos und ohne jede Sachkenntnis über einige der heute mächtigsten Mittel der Masseninformation verbreitet wird.
Analysieren wir das Thema jedoch mit klarem Blick.
NEBELKERZENWERFER
Oft sind es im Internet und erst recht mit Hilfe der sozialen Medien nicht Fachleute der Branche, die Informationen in Umlauf bringen, sondern Menschen, die diese Branche vielleicht kaum kennen, aus irgendeinem Grund mit ihr zu tun hatten, möglicherweise enttäuscht oder verbittert sind wegen persönlicher Erlebnisse usw. usw.
Wenn eine Nachricht auf diese Weise verbreitet wird, fehlen ihr die wesentlichen Merkmale der Authentizität, sie beruht auf völlig unzuverlässigen Voraussetzungen und entwickelt sich folglich ohne jede Grundlage.
Dennoch ist das für die Verbreitung genutzte Medium mächtig; wer liest und über die Tatsachen nicht informiert ist, läuft immer Gefahr, in die Falle von Fake News zu geraten und daher zu glauben, was er liest, auch wenn es leider keinerlei Spur verlässlicher Quellen gibt, sondern es sich lediglich um Fantasieprodukte irgendeines improvisierten Influencers handelt.
DIE OFFIZIELLEN INFORMATIONSKANÄLE
Leider hat die italienische Handelsphilatelie keinen offiziellen Kanal zur Verbreitung von Nachrichten; es fehlt völlig an einem Bezugspunkt, der alle Quellen, aus denen geschöpft werden kann, kritisch und fachkundig analysieren könnte, um eine statistische Datenbank zu schaffen, die wenigstens ein Mindestmaß an Offizialität und Zuverlässigkeit besitzt.
GLAUBWÜRDIGE STIMMEN
In diesem schwierigen Umfeld, in dem ein Bereich wie die Handelsphilatelie noch stark mit der Vergangenheit und den Methoden verbunden ist, die sie einst groß gemacht haben, werden die wenigen glaubwürdigen Stimmen, die heute in den sozialen Medien auftreten, von den Hunderten unzuverlässigen, aber lauten Stimmen übertönt; deshalb gelingt es ihnen weder, sich abzuheben noch sich durchzusetzen, sodass sie ohne (oder mit zu wenigen) Vertreter dasteht und damit den falschen Sirenengesängen ausgeliefert ist, die ihren unvermeidlichen Niedergang besingen.
DIE MEINUNG EINER STIMME
Auf Grundlage der oben angestellten Analyse ist die Suche nach dem Kunden heute nicht zwingend notwendig. Um auf unseren Titel zurückzukommen: Es stimmt nicht, dass es der Philatelie an Kundschaft fehlt, weder an Lebendigkeit noch an Glanz. Was fehlt, ist die richtige Interpretation des historischen Moments; die Kundschaft von heute teilt sich in zwei große Gruppen:
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fortgeschrittene oder sehr fortgeschrittene Sammler, die nur wenige und nahezu unauffindbare Stücke suchen, um ihre Sammlungen zu vervollständigen; in der Regel handelt es sich um gut vorbereitete, sehr spezialisierte und vor allem anspruchsvolle Sammler, die von gewöhnlichen Anbietern kaum bedient werden können.
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Sammleranfänger, die erst seit kurzer Zeit dabei sind, jung oder sehr jung sind, nicht über die Mittel für große Käufe verfügen, dafür aber viel Leidenschaft und Lernwillen mitbringen, Vergleiche erwerben, wachsen und später vielleicht entscheiden möchten, welchen sammlerischen Weg sie einschlagen und in dem sie sich eines Tages spezialisieren wollen.
Wie es leider in der Gesellschaft insgesamt geschieht, verschwindet nach und nach eine ganze mittlere Kategorie von Sammlern, die sich für jenes nicht ganz gewöhnliche, aber auch nicht seltene Material interessieren, über das viele Händler niedriger / mittlerer Kategorie verfügen, da es sich um Ware handelt, die in Mengen zu beschaffen ist; dies führt in diesen Bereichen zu einem Überangebot mit entsprechendem Preisverfall, sodass Händler, die an einer alten Auffassung des Einzelhandelspreises festhalten, beim gewöhnlichen Material aus dem Wettbewerb herausfallen, bei der Lieferung exklusiven Materials jedoch sehr stark und unersetzlich bleiben, mit einer daraus folgenden vorübergehenden Belastung, weil sich diese Art von Material - heute - aus den oben genannten Gründen nur sehr schwer platzieren lässt.
Man muss den Markt daher als das verstehen, was er ist, nämlich ein wachsender Markt, bei dem die Zielgruppe, auf die man setzen sollte, junge Sammler sind, denen man günstige Preise machen muss, damit sie sich schrittweise in die Materie einarbeiten können, mit der man es zu tun hat, indem sie interessante und wertvolle Objekte mit geringem finanziellem Aufwand erwerben; die Philatelie zu verbreiten bedeutet nicht, "über alles Mögliche zu reden", sondern "alles Mögliche anzubieten", damit der Liebhaber die philatelistische Materie unmittelbar erleben und folglich ja, darüber diskutieren kann, aber mit größerer Sachkenntnis und mit den Briefmarken direkt vor Augen.
Abschließend ist die Suche nach Kunden, um das große Stück zu verkaufen, das man vielleicht schon lange auf Lager hat, eine sterile Übung; vielmehr muss man Händler suchen, die die richtigen Briefmarken zu bescheidenen Preisen anbieten können, um einen tugendhaften und aufgeklärten Handel zu schaffen, der dazu beitragen kann, junge Menschen zu begeistern, ohne die fortgeschritteneren Sammler zu vernachlässigen, die ihre Sammlungen stets über Fehllisten ergänzen können; und wenn der Kunde dann nach dem großen Stück fragt, wird derjenige, der es mit den gebotenen Garantien liefern kann, es gerne verkaufen, aber nur, um das i-Tüpfelchen auf einen Handel zu setzen, der auf Ehrlichkeit, Kompetenz, Vielfalt, Blüte und Erschwinglichkeit für jeden Geldbeutel aufgebaut ist.


1 Kommentar
Condivido l’analisi e, in particolare, l’inesistenza di una base statistica attendibile cui fare riferimento. Sarebbe assai utile una piattaforma in cui venissero catalogati i pezzi e prezzi venduti almeno nelle aste. Io sono un anziano collezionista e riconosco l’esistenza di una certa difficoltà a cedere pezzi delle mie collezioni soprattutto con pezzi di pregio.