Die Briefmarken der Provisorischen Regierung der Romagna - mit Ausnahme des 4 baj fulvo - sind gebraucht viel seltener als ungebraucht, da ihre Gültigkeit begrenzt war. Ausgegeben im September 1859, waren sie für den Postdienst bis zum 31. März 1860 insgesamt nur sechs Monate gültig! Ihre Verwendung war daher ziemlich eingeschränkt, vor allem bei den hohen Werten; äußerst selten sind nämlich Briefe, die in der Frankatur den 6 baj, selten jene mit dem 20 baj und wertvoll jene mit dem 8 baj. Weniger selten sind die anderen Werte, auch wenn die ungeraden wie der 5 baj violett und der 3 baj dunkelgrün stets sehr interessant sind. Nicht selten sind Frankaturen mit dem bajocco und dem 2 baj, da sie die normalen Inlandstarife für benachbarte Postämter oder für denselben Bezirk darstellten, während der 4 baj der gewöhnliche Tarif für die direkte Korrespondenz in fast ganz Italien war und daher die am häufigsten verwendete Briefmarke von allen. Auch der 1/2 baj ist eine Seltenheit in Einzelverwendung, weniger selten - wenn auch wertvoll - wenn er paarweise für den 1 baj-Tarif verwendet wird. Wie alle Provisorischen Regierungen ist auch die der Romagna sehr gesammelt und begehrt, vor allem unter dem postgeschichtlichen Aspekt, und das hat im Laufe der Jahre dazu beigetragen, den wirtschaftlichen Wert dieses Sektors deutlich zu steigern, für den die Nachfrage stets hoch und das Angebot knapp war.
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Paolo Cardillo.

